Das ohnehin kontroverse Thema "Gehirn und Geschlecht" wird umso komplexer, wenn man Transidentitäten in die Debatte einbezieht.
Grob zusammengefasst lässt sich das Phänomen der Transidentität mit folgender Hypothese erklären: Die geschlechtliche Differenzierung erfolgt in der embryonalen Entwicklung nicht synchron. Äußere Geschlechtsmerkmale wie Penis und Vulva entstehen unter Einfluss der von den jeweiligen Geschlechtsdrüsen (Gonaden) – also den primären Geschlechtsorganen – freigesetzten Wachstumshormone früh, während sich geschlechtsspezifische Gehirnstrukturen erst später herausbilden. Kommt es in dieser Phase zu hormonellen Unregelmäßigkeiten, etwa durch unzureichende Testosteronwirkung bei einem XY-Embryo, kann das zu einer inkongruenten Maskulinisierung des Gehirns führen [1][2]. Das bedeutet: Ein Mensch kann biologisch männlich (also inkl. Hoden und somit potenzieller Spermienproduktion) sein, während sein Gehirn teilweise "weibliche" bzw. nicht typisch männliche Strukturmerkmale aufweist.
Diese neurobiologische Diskrepanz (von Haupt (2016) als "neurointersexuelle Körperdiskrepanz" diskutiert [3]) kann sich in Form einer intrinsischen Geschlechtsdysphorie äußern – einem tiefen, früh manifestierten Leidensdruck, welcher aus einer Inkongruenz zwischen der eigenen geschlechtlichen Wahrnehmung und den vorhandenen äußeren Geschlechtsmerkmalen resultiert. Personen mit dieser Form der Dysphorie streben in der Regel eine medizinische Geschlechtsangleichung (Transition) an und sind nicht selten selbst mit geschlechtsspezifischen Schutzräumen überfordert, da deren Nutzung die eigene Dysphorie verstärken kann.
Basierend auf Bao & Swaab (2011) lauten die Kernthesen [4]:
- Geschlechtsidentität und erotische Präferenz sind im fetalen Gehirn dauerhaft angelegt.
- Testosteron im Fetalstadium bestimmt die sexuelle Differenzierung des menschlichen Gehirns.
- Der Grad der genitalen Maskulinisierung spiegelt nicht zwangsläufig den des Gehirns wider.
- Es gibt keine Hinweise darauf, dass das soziale Umfeld die Geschlechtsidentität oder erotische Präferenz beeinflusst.
- Geschlechtsunterschiede im Gehirn bestimmen die geschlechtsspezifische Häufigkeit von Hirnerkrankungen.
Ursachenforschung nicht eindeutig
Die genauen Ursachen dieses Phänomens sind jedoch noch nicht abschließend erforscht. Einige Studien zeigen bei Transgender-Personen neuroanatomische oder funktionelle Muster, die dem empfundenen Geschlecht näherkommen. Eine wegweisende Studie von Zhou et al. (1995) lieferte Hinweise auf die neurobiologischen Grundlagen der Geschlechtsidentität [5]. Die Forscher untersuchten eine bestimmte Hirnregion im Hypothalamus – den sogenannten zentralen Teil des Bed nucleus der Stria terminalis (BSTc). Sie fanden heraus, dass diese Region bei Männern, die sich als Frauen wahrnehmen, in Größe und Zellstruktur eher dem weiblichen Muster entsprach als dem männlichen. Die Autoren argumentieren zudem, dass dieser Befund nicht durch eine spätere Hormonbehandlung im Erwachsenenalter erklärbar sei, da sogenannte "Transfrauen" selbst dann einen eher weiblich assoziierten BSTc aufwiesen, wenn sie längere Zeit keine Östrogene mehr genommen hatten, während umgekehrt Männer mit krankhaft erhöhten Östrogenspiegeln oder nach Entfernung der Hoden weiterhin einen "männlich großen" BSTc zeigten. Dies spricht laut den Autoren dafür, dass die Strukturunterschiede bereits während der frühen Gehirnentwicklung entstehen, was nahelegt, dass geschlechtliche Identität nicht durch soziale Einflüsse geprägt wird, sondern auch oder sogar primär in der Struktur des Gehirns verankert sein könnte. Eine Folgestudie mit Fokus auf den BSTc stammt von Kruijver et al. (2000) [6]. Die Forscher fanden, dass Männer mit weiblicher Transidentität eine Anzahl von Neuronen in dieser Region aufwiesen, die eher dem weiblichen als dem männlichen Muster entsprach. Beide Studien deuteten außerdem darauf hin, dass die erotische Präferenz offenbar keinen signifikanten Einfluss auf die Größe und Struktur des BSTc bei Männern mit Transidentität hat.
Diese frühen Befunde wurden 2008 durch eine weitere postmortale Studie aus derselben Arbeitsgruppe um Dick Swaab ergänzt [7]. García-Falgueras und Kollegen untersuchten den sogenannten INAH3, ein Areal im vorderen Hypothalamus, der ebenfalls ausgeprägte Geschlechtsunterschiede zeigt. Auch hier fanden sie, dass transidente Männer hinsichtlich Volumen und Neuronenzahl dem weiblichen Referenzbereich entsprachen, während eine transidente Frau dem männlichen Muster zuzuordnen war – selbst Jahre nach Absetzen einer Hormonbehandlung. Diese Unterschiede ließen sich nicht durch "Erwachsenen-Hormone" erklären, da weder Menopause noch Kastration die Werte in vergleichbarer Weise veränderten. Die Autoren interpretierten dies als Hinweis auf eine frühe, atypische geschlechtliche Differenzierung einzelner Hirnstrukturen, betonten jedoch selbst, dass es sich um Teile eines komplexen neuronalen Netzwerks handelt – nicht um einen einfachen biologischen Marker für Geschlechtsidentität.
Allerdings ist die Aussage auf Grundlage dieser Studien nur eingeschränkt belastbar: Die Untersuchungen basierten auf sehr kleinen Stichproben von nur sechs Gehirnen von transidenten Männern (in beiden Arbeiten wurde übrigens dasselbe Probenmaterial verwendet) und erfolgte ausschließlich post mortem, sodass keine Rückschlüsse auf die zeitliche Entstehung der Unterschiede im Verlauf der individuellen Entwicklung möglich sind. Zudem bleibt unklar, in welchem Ausmaß frühere oder langjährige Hormonbehandlungen die Struktur des BSTc bereits verändert haben könnten. Da keine Kinder, Jugendlichen oder transidente Personen ohne vorherige Hormonbehandlung untersucht wurden, lässt sich nicht direkt belegen, ob die beobachteten Unterschiede tatsächlich pränatal entstehen oder erst später erworben werden. Die Studie liefert daher eher einen plausiblen, aber hypothetischen Hinweis auf eine neurobiologische Grundlage von Geschlechtsidentität, ohne diese abschließend beweisen zu können.
Andere Studien wiederum fanden zudem stärkere Ähnlichkeiten zum jeweiligen Geburtsgeschlecht. Eine besonders aufschlussreiche Publikation zur neurobiologischen Grundlage von Geschlechtsidentität stammt von der Neurowissenschaftlerin Elseline Hoekzema und ihrem Team, veröffentlicht im Jahr 2015 [8]. Mithilfe moderner bildgebender Verfahren analysierten die Forscher die räumliche Verteilung und das Volumen der grauen Substanz im Gehirn geschlechtsdysphorischer Menschen. Dabei lag ein besonderer Fokus darauf, nur Personen zu untersuchen, die noch keine geschlechtsangleichende Hormontherapie begonnen hatten, um möglichst unverfälschte Einblicke in die Gehirnstruktur zu erhalten.
Das Ergebnis: Weder geschlechtsdysphorische Frauen noch geschlechtsdysphorische Männer zeigten ein klar "verweiblichtes" oder "vermännlichtes" Gehirn im Vergleich zu Kontrollgruppen ohne Vorhandensein einer intrinsischen Geschlechtsdysphorie. Stattdessen wiesen ihre Gehirne eine eigene, von beiden Vergleichsgruppen unterscheidbare Struktur auf. Die Muster in der grauen Substanz entsprachen also weder eindeutig dem bei Geburt festgestellten Geschlecht noch dem Geschlechtsempfinden, sondern bildeten eine eigenständige, möglicherweise für geschlechtsdysphorische Personen charakteristische neuroanatomische Konfiguration, also in gewisser Weise ein "Transgender-Gehirn".
Eine detaillierte MRT-Studie von Ivanka Savić und Stefan Arver aus dem Jahr 2011 unterstützt diese Vorstellung [9]. Die Autoren untersuchten ebenfalls nicht hormonbehandelte Männer mit weiblicher Geschlechtsidentität und verglichen deren Gehirnstruktur mit Männern und Frauen ohne Geschlechtsidentitätsstörung. In klassischen sexuell dimorphen Merkmalen – etwa der Verteilung grauer und weißer Substanz, der Hemisphärenasymmetrie oder dem Volumen des Hippocampus – entsprachen die transidenten Männer weitgehend den nicht-transidenten Männern. Gleichzeitig fanden sich jedoch spezifische Abweichungen, die weder dem männlichen noch dem weiblichen Muster entsprachen. Diese betrafen vor allem Hirnregionen, die an der Verarbeitung von Körperwahrnehmung, Selbstbezug und emotionaler Integration beteiligt sind, darunter die Insula und Teile des Frontalkortex. Die Studie kommt daher zu einem differenzierten Schluss: Die Gehirne sogenannte "Transfrauen" sind nicht einfach "verweiblicht", zeigen aber dennoch eigenständige strukturelle Besonderheiten. Geschlechtsdysphorie erscheint damit weniger als Ausdruck einer globalen Geschlechtsumkehr im Gehirn, sondern eher als Ergebnis veränderter neuronaler Netzwerke, die das Erleben des eigenen Körpers und Selbst betreffen.
Einen frühen Brückenschlag zwischen den postmortalen Hypothalamus-Studien und späteren groß angelegten MRT-Arbeiten lieferte 2009 eine Untersuchung von Eileen Luders und Kollegen [10]. In dieser Studie wurden nicht hormonbehandelte transidente Männer mittels Magnetresonanztomographie untersucht, um zu klären, ob ihre Gehirnstruktur eher dem männlichen Geburtsgeschlecht oder dem erlebten weiblichen Geschlecht ähnelt. Die Ergebnisse zeigten, dass das Muster der grauen Substanz insgesamt zwar stärker dem männlichen Referenzbereich entsprach, gleichzeitig aber regionale Besonderheiten aufwies – etwa ein vergrößertes Volumen im rechten Putamen, das sich von nicht-transidenten Männern unterschied. Bereits diese frühe MRT-Studie deutete damit an, was spätere Arbeiten systematischer bestätigen sollten: Transidentität geht nicht mit einer globalen "Verweiblichung" des Gehirns einher, sondern mit spezifischen Abweichungen in einzelnen Hirnregionen.
Ein weiteres wichtiges Puzzlestück lieferte 2017 eine Studie des schwedischen Forschungsteams um Sarah Burke [11]. Mithilfe modernster Bildgebungsverfahren, die die Faserbahnen der weißen Substanz sichtbar machen, zeigten die Forscher, dass die Netzwerkstruktur des Gehirns bei Transgendern weder vollständig dem bei Geburt festgestellten Geschlecht noch vollständig dem empfundenen Geschlecht entsprach. Stattdessen fanden sie ein eigenständiges Muster, das besonders in Arealen deutlich wurde, die mit Selbstwahrnehmung und emotionaler Verarbeitung verknüpft sind. Ähnliche Ansätze legten zudem nahe, dass auch die "sexuelle Orientierung" (erotische Präferenz für eines oder beide Geschlechter) mit spezifischen, aber nicht deterministischen, Netzwerkmustern im Gehirn verbunden ist. Die Autoren betonen, dass diese Unterschiede keine "Beweise" für Geschlechtsidentität sind, sondern statistische Tendenzen offenbaren.
Andere Forschungsansätze richten den Blick nicht nur auf neuroanatomische Besonderheiten, sondern zunehmend auch auf genetische Faktoren, die die hormonelle Umgebung während der Hirnentwicklung prägen. Ein häufig zitiertes Beispiel dafür ist eine groß angelegte Studie von Foreman und Kollegen aus dem Jahr 2019 [12]. Die Forscher untersuchten 380 "Transfrauen" (also Männer mit weiblicher Identität) und 344 Männer und analysierten 12 Gene, die an der Wirkung von Sexualhormonen beteiligt sind – etwa den Androgenrezeptor, Östrogenrezeptoren, Enzyme der Steroidbiosynthese und Gene, die die Verfügbarkeit von Testosteron oder Östrogen beeinflussen. Dabei fanden sie mehrere genetische Varianten, die bei den "Transfrauen" häufiger vorkamen und in anderen biologischen Kontexten mit einer abgeschwächten Androgenwirkung oder veränderten Estrogensignalen in Verbindung stehen. Zudem zeigten sich bestimmte Kombinationen von Varianten – insbesondere solche, die lange Wiederholungssequenzen im Androgenrezeptor involvieren – überdurchschnittlich häufig. Die Autoren interpretieren dies als Hinweis darauf, dass Geschlechtsdysphorie eine polygenetische Komponente besitzen könnte, bei der mehrere kleine Effekte zusammenspielen, die möglicherweise zu einer geringeren Maskulinisierung des Gehirns in der frühen Entwicklung beitragen.
Gleichzeitig verdient diese Studie eine kritische Einordnung. Obwohl sie eine der größten ihrer Art ist, bleiben die gefundenen Effekte relativ klein und beschreiben Wahrscheinlichkeiten, keine Determinismen. Sie zeigen also nicht die Gene für "Transsein“, sondern statistische Auffälligkeiten in einer spezifischen, ethnisch stark eingegrenzten Stichprobe. Zudem basiert die Arbeit auf Kandidatgenanalysen – einer Methodik, die in vielen Bereichen der Genetik als fehleranfällig gilt, weil sie leicht Zufallsbefunde produziert und nur einen kleinen Ausschnitt des Genoms betrachtet. Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass deutlich größere und breiter angelegte Studien – etwa genomeweite Analysen oder Untersuchungen epigenetischer Muster – notwendig wären, um die Ergebnisse abzusichern. Dennoch ist die Arbeit in ihrer Gesamtheit interessant, weil sie das Bild abrundet, das sich aus neurobiologischen und endokrinologischen Studien ergibt: Dass biologische Faktoren an der Entstehung der Geschlechtsidentität beteiligt sind, ohne sie allein zu bestimmen. Statt einfache Antworten zu liefern, unterstreicht das Paper vor allem die Komplexität des Themas und die Tatsache, dass Geschlechtsidentität aus einem Zusammenwirken vieler biologischer Einflüsse entsteht.
Gleichzeitig verdient diese Studie eine kritische Einordnung. Obwohl sie eine der größten ihrer Art ist, bleiben die gefundenen Effekte relativ klein und beschreiben Wahrscheinlichkeiten, keine Determinismen. Sie zeigen also nicht die Gene für "Transsein“, sondern statistische Auffälligkeiten in einer spezifischen, ethnisch stark eingegrenzten Stichprobe. Zudem basiert die Arbeit auf Kandidatgenanalysen – einer Methodik, die in vielen Bereichen der Genetik als fehleranfällig gilt, weil sie leicht Zufallsbefunde produziert und nur einen kleinen Ausschnitt des Genoms betrachtet. Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass deutlich größere und breiter angelegte Studien – etwa genomeweite Analysen oder Untersuchungen epigenetischer Muster – notwendig wären, um die Ergebnisse abzusichern. Dennoch ist die Arbeit in ihrer Gesamtheit interessant, weil sie das Bild abrundet, das sich aus neurobiologischen und endokrinologischen Studien ergibt: Dass biologische Faktoren an der Entstehung der Geschlechtsidentität beteiligt sind, ohne sie allein zu bestimmen. Statt einfache Antworten zu liefern, unterstreicht das Paper vor allem die Komplexität des Themas und die Tatsache, dass Geschlechtsidentität aus einem Zusammenwirken vieler biologischer Einflüsse entsteht.
Wie vielfältig und widersprüchlich die Ergebnisse in der Hirnforschung zu Transidentität sind, zeigt eine umfassende Übersichtsarbeit eines Teams um den spanischen Neurowissenschaftler Antonio Guillamon aus dem Jahr 2016 [13]. In ihrer Analyse zahlreicher bildgebender Studien kommen die Autoren zu dem Schluss, dass sich keine einfachen, einheitlichen Aussagen über die Struktur des "Transgender-Gehirns" treffen lassen. Zwar zeigen manche Untersuchungen, dass bestimmte Hirnregionen (etwa im Hypothalamus) bei Transgender-Personen Ähnlichkeiten zum erlebten Geschlecht aufweisen. In anderen Bereichen wiederum ähneln sie eher dem bei Geburt festgestellten Geschlecht oder weichen von beiden Vergleichsgruppen ab. Alle diese Befunde stützen laut den Autoren die "Intersex"-Hypothese von Transgeschlechtlichkeit. Sie betonen ferner, dass das Gehirn von transidenten Männern entgegen populärer Vorstellungen nicht vollständig feminisiert ist – also kein "Frauengehirn in einem Männerkörper" ist –, sondern eine Mischung aus maskulinen, femininen und entmaskulinisierten Merkmalen aufweist.
Besonders deutlich wird dabei, wie stark hormonelle Einflüsse und individuelle Unterschiede die Ergebnisse prägen können. Viele der beobachteten strukturellen Veränderungen lassen sich durch eine Hormonbehandlung erklären, was die Vergleichbarkeit zwischen Studien zusätzlich erschwert. Guillamon et al. (2016) plädieren daher für eine differenzierte Sichtweise: Es gibt offenbar nicht das eine, klar geschlechtlich kodierte Gehirn, sondern eine große Bandbreite individueller neuronaler Ausprägungen. Ihre Arbeit macht deutlich, dass Geschlechtsidentität nicht auf ein einzelnes Hirnareal oder eine einzige biologische Ursache reduzierbar ist, sondern ein vielschichtiges Phänomen darstellt, das sich einer einfachen Zuordnung in "männlich", "weiblich" oder "trans" im Gehirn entzieht.
Leider zeigt sich in Anbetracht dieser inhomogenen Studienlage, dass wissenschaftliche Erkenntnisse häufig selektiv rezipiert werden – je nachdem, welches gesellschaftspolitische Narrativ man stützen möchte.
Einfluss gegengeschlechtlicher Hormonbehandlungen
Bereits im Jahr 2006 ging ein Forschungsteam rund um Hilleke Hulshoff Pol systematisch der Frage nach, wie sich eine gegengeschlechtliche Hormontherapie bei transidenten Erwachsenen auf die Gehirnstruktur auswirkt [14]. Mithilfe von MRT-Scans wurden Gehirne von transidenten Männern und Frauen vor Beginn und einige Monate nach Start der Hormonbehandlung mit denen von Kontrollpersonen ohne Transidentität verglichen. Das zentrale Ergebnis: Östrogene plus Androgenblockade führten bei Männern zu einer messbaren Abnahme von Gesamtgehirn- und Hypothalamusvolumen in Richtung des typischen weiblichen Durchschnitts, während Testosteron bei Frauen diese Volumina in Richtung des männlichen Durchschnitts erhöhte. Die Veränderungen traten innerhalb weniger Monate auf und waren deutlich stärker als normale altersbedingte Schwankungen. Die Befunde konnten ein Jahrzehnt später bestätigt werden [15].
Für die Einordnung in die Debatte um die Hypothese des "Transgender-Gehirns" sind diese Arbeiten besonders wichtig, weil sie zeigen, wie plastisch das erwachsene menschliche Gehirn auf Hormone reagiert. Die Befunde deuten darauf hin, dass gefundene Geschlechtsunterschiede im Gehirn bei transidenten Personen nicht ausschließlich pränatal festgelegt sein müssen. Stattdessen legen sie nahe, dass viele in vorherigen Studien als "sexuell dimorph" betrachtete Hirnmerkmale auch im Erwachsenenalter aktiv durch das aktuelle hormonelle Milieu mitgeprägt und aufrechterhalten worden sein können. Diese Paper werden daher oft als Gegenpol zu vereinfachten Vorstellungen eines starren "männlichen" oder "weiblichen" Gehirns zitiert – und als wichtiger Hinweis darauf, dass Gehirn, Geschlecht und Hormone dynamisch zusammenwirken.
Der Nachweis hormoneller Plastizität im Erwachsenenalter wird in populären Debatten allerdings oft überinterpretiert. Dass erwachsene Gehirne auf Sexualhormone reagieren, sagt zunächst nichts darüber aus, ob frühere Entwicklungsphasen weniger oder mehr prägend sind. Im Gegenteil: Aus der Entwicklungsneurobiologie ist gut belegt, dass pränatale Phase und Pubertät sensible Zeitfenster darstellen, in denen Hormone besonders tiefgreifende, teils irreversible Effekte auf neuronale Organisation, Verschaltung und Rezeptorexpression haben. Wenn bereits relativ kurze, medizinisch induzierte Hormoninterventionen im Erwachsenenalter messbare Veränderungen im Gehirn hervorrufen, ist es hochgradig plausibel, dass die massiven, über Jahre wirkenden endogenen Hormonschübe in Schwangerschaft und Pubertät ebenfalls – und vermutlich stärker – zur Ausbildung sexueller Dimorphismen beitragen. Die Studie zeigt also Plastizität, aber keine Gleichrangigkeit aller Lebensphasen.
Ein weiterer kritischer Punkt betrifft die Art der gemessenen Effekte. Das Paper untersucht primär globale Volumina (Gesamtgehirn, Hypothalamus, Ventrikel), nicht aber feingliedrige neuronale Netzwerke, Konnektivität oder funktionelle Organisation. Volumenänderungen können durch viele Prozesse wie Wasserhaushalt, Myelinisierung oder vaskuläre Effekte entstehen. Selbst wenn sich das Gehirn unter Hormoneinfluss partiell "in Richtung" des anderen Geschlechts verschiebt, folgt daraus nicht automatisch, dass damit jene neuronalen Systeme betroffen sind, die für Geschlechtsidentität, Körperwahrnehmung oder Selbstkonzept relevant sind. Früh entwickelte, funktionell spezialisierte Netzwerke könnten weitgehend stabil bleiben, während andere, unspezifischere Strukturen hormonabhängig variieren.
Hulshoff Pol et al. (2006) zeigten, dass transidente Personen vor Beginn der Hormontherapie im Mittel Gehirnvolumina aufweisen, die ihrem bei der Geburt festgestellten Geschlecht entsprechen. Das wird oft als Argument gegen eine angeborene Besonderheit des "Transgender-Gehirns" angeführt. Methodisch ist diese Schlussfolgerung jedoch begrenzt, denn auch in diesem Paper war die Stichprobe klein und subtile, lokal begrenzte Unterschiede (z. B. in bestimmten Kernen, Netzwerken oder Asymmetrien) können durch globale Volumenanalysen leicht übersehen werden. Eine vorhandene neurobiologische Besonderheit, die Transidentität mitprägt, muss nicht zwangsläufig in makroskopischen Volumenunterschieden bestehen. Sie könnte funktionell, mikrostrukturell oder rezeptorbezogen sein – also genau in Bereichen, die diese Studie nicht abbildet bzw. die bei zu globalen Betrachtungen übersehen werden.
Ein oft übersehener Punkt ist, dass gegengeschlechtliche Hormone nicht auf ein neutrales Substrat wirken, sondern auf ein Gehirn, das bereits geschlechtstypisch strukturiert, vernetzt und genetisch wie epigenetisch geprägt ist. Pränatale Hormone beeinflussen unter anderem die Dichte und Verteilung von Androgen- und Östrogenrezeptoren, neuronale Migrationsmuster sowie die spätere Sensitivität auf Hormone im Erwachsenenalter. In diesem Sinne könnten die in der Studie beobachteten Veränderungen sekundäre Effekte sein, die auf einer früheren, geschlechtsspezifischen Organisation aufsetzen. Die Plastizität des erwachsenen Gehirns widerlegt also keine pränatale Mitprägung, sondern setzt sie sogar voraus.
Insgesamt spricht das Paper weniger gegen die Existenz eines sexuellen Dimorphismus des Gehirns, sondern gegen eine statische Version davon. Die Ergebnisse passen gut zu einem mehrstufigen Modell:
- frühe hormonelle Einflüsse (pränatal) → Grundorganisation
- pubertäre Hormone → Verstärkung, Umbau, Stabilisierung
- adulte Hormone → Erhaltung und modulierte Plastizität
Transidentität ließe sich in diesem Rahmen als Ergebnis atypischer Entwicklung in frühen Phasen verstehen, während spätere Hormontherapien bestehende Strukturen sichtbar modifizieren, ohne deren Ursprung vollständig zu erklären.
Postmoderne Entwicklung
Von der neurologisch erklärbaren, intrinsischen Geschlechtsdysphorie abzugrenzen ist die Rapid-Onset Gender Dysphoria (ROGD), bei der das Empfinden einer Inkongruenz zum eigenen Geschlecht offenbar nicht angeboren ist, sondern extrinsisch vom Umfeld verursacht wird – beispielsweise aufgrund eines gesellschaftlichen Drucks, bestimmte Erwartungen an stereotype Rollenbilder zu erfüllen [16].
Gerade deshalb ist es sinnvoll, zwischen verschiedenen Gruppen von sogenannten "Transpersonen" zu unterscheiden. Es ist problematisch, wenn der Begriff "trans" immer weiter ausgeweitet wird, um dadurch auch Menschen zu inkludieren, bei denen weder eine medizinisch fundierte Diagnose noch eine biologische Ursache vorliegt. Vor allem aktivistische Trans-Verbände versuchen mit solchen Methoden, ihre Klientel zu erweitern, um damit ihren Einfluss zu erhöhen.
Diese unscharfe Definition führt allerdings nicht nur zu Verzerrungen in wissenschaftlichen Transgender-Studien (insbesondere in Hinblick auf die Prävalenz dieses Phänomens sowie bei Vergleichen von Gehirnstrukturen oder hormonellen und genetisch-epigenetischen Einflüssen zum Zwecke einer erkenntnisorientierten Ursachenforschung), sondern auch zu gesellschaftlichen Spannungen. Wenn Schutzräume, Sportkategorien oder Fördermaßnahmen nicht mehr nach objektiven, biologischen Kriterien vergeben werden, sondern nach subjektiver Selbstdefinition, entstehen Zielkonflikte – nicht nur für Frauen, sondern auch für Menschen mit echter medizinischer Problemlage, deren Anliegen dadurch delegitimiert werden.
Ursachenforschung unerwünscht?
Während einflussreiche Trans-Verbände eine ergebnisoffene Ursachenforschung mit dem Argument der Pathologisierung ablehnen, begrüßen viele Fachverbände und Betroffene selbst eine fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den biologischen, psychologischen und sozialen Grundlagen von Geschlechtsidentität, sofern sie ethisch verantwortungsvoll betrieben wird. Ein Beispiel dafür ist die Position der World Professional Association for Transgender Health (WPATH), die wiederholt betont hat, dass wissenschaftliche Forschung notwendig ist, um Versorgung, Verständnis und gesellschaftliche Akzeptanz zu verbessern.
Allerdings besteht ein berechtigtes Unbehagen gegenüber der möglichen politischen Instrumentalisierung solcher Forschung – insbesondere in transrestriktiven Regimes. Erkenntnisse über "typische" Gehirnstrukturen oder genetische Marker könnten dazu verwendet werden, "Transgender-Tests" zu entwickeln, mit denen Menschen medizinisch validiert oder ausgeschlossen werden. Ein solches Szenario würde nicht nur die Autonomie der Betroffenen untergraben, sondern könnte auch zu Diskriminierung, Zwangsdiagnostik oder staatlicher Repression führen. Diese Befürchtung ist nicht theoretischer Natur. Vor allem in islamisch geprägten Ländern, wo Lebensweisen abseits der Heteronormalität unterdrückt oder sogar mit Todesstrafe verfolgt werden, ist es denkbar, dass Forschungsergebnisse zur Legitimierung staatlicher Eingriffe in das Leben Betroffener missbraucht werden.
Gerade weil solche Risiken real bestehen, ist eine sensible und menschenrechtsorientierte Forschung umso wichtiger. Dabei steht nicht die Suche nach dem "Transgender-Gehirn" im Vordergrund, sondern das Verständnis dafür, wie vielfältig die Wege zur Geschlechtsidentität sein können.
"Weibliches Gehirn im Männerkörper" – eine irreführende Metapher
Oft wird in populären Diskussionen das Bild bemüht, sogenannte "Transfrauen" hätten ein "Frauengehirn in einem Männerkörper". Diese Formulierung ist zwar eingängig, hält jedoch einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand. Die hier diskutierten neurobiologische Studien zeigen, dass sich geschlechtsspezifische Unterschiede im Gehirn in der Regel auf einzelne Regionen oder Netzwerke beschränken. Betrachtet man das Gehirn jedoch als Ganzes, überwiegen die Gemeinsamkeiten mit dem tatsächlichen Geschlecht deutlich, sodass auch bei "Transfrauen" die Gesamtorganisation weiterhin näher am männlichen Durchschnitt liegt. Einzelne Abweichungen, die teilweise feminisierte Merkmale aufweisen, deuten vielmehr auf ein Mosaikmuster hin: Manche Teilaspekte ähneln stärker dem weiblichen Geschlecht, andere bleiben klar männlich-typisch.Biologisch betrachtet handelt es sich also nicht um ein weibliches Gehirn in einem männlichen Körper, sondern weiterhin um ein männliches Gehirn mit spezifischen, durch die embryonale Entwicklung erklärbaren Anomalien. Diese differenzierte Sichtweise ist wichtig, um wissenschaftliche Befunde nicht durch vereinfachte Metaphern zu verzerren und so einer Ideologisierung vorzubeugen, die sowohl die medizinische Forschung als auch den gesellschaftlichen Diskurs erschwert.
Zusammenfassende Forschung
Eine wichtige Zusammenfassung des bisherigen Forschungsstands zum "Transgender-Gehirn" under "Brain-Sex-Hypothese" lieferte schließlich eine groß angelegte Mega-Analyse der ENIGMA-Arbeitsgruppe aus dem Jahr 2021 [17]. In dieser bislang größten strukturellen MRT-Studie zu Transidentität wurden die Gehirndaten von über 800 nicht hormonbehandelten transidenten und nicht-transidenten Personen gemeinsam ausgewertet. Das zentrale Ergebnis: Transidente Personen unterschieden sich in verschiedenen Hirnmaßen signifikant von nicht-transidenten Kontrollgruppen, jedoch nicht in einheitlicher oder binärer Weise. Je nach untersuchter Hirnregion und Messgröße zeigten sich unterschiedliche Muster, die weder einfach dem Geburtsgeschlecht noch konsequent dem empfundenen Geschlecht entsprachen. Die Autoren kommen daher zu einem klaren Schluss: Statt einer bloßen Verschiebung entlang eines männlich-weiblichen Kontinuums weisen transidente Personen eine eigene, charakteristische neuroanatomische Ausprägung auf. Damit bestätigt diese Studie auf breiter Datenbasis, was viele kleinere Arbeiten zuvor angedeutet hatten – dass Geschlechtsidentität neurobiologisch real ist, sich aber nicht auf einzelne Hirnmarker reduzieren lässt.
Eine weitere Studie von Kurth und Kollegen aus dem Jahr 2022 greift diese Fragestellung mit modernen maschinellen Lernverfahren erneut auf [18]. Die Autoren verwendeten einen sogenannten "Brain-Sex"-Klassifikator, der Gehirne nicht binär, sondern auf einem Kontinuum zwischen typisch männlich und typisch weiblich einordnet. Untersucht wurden nicht hormonbehandelte transidente Männer sowie altersgleiche Vergleichsgruppen ohne Transidentität. Das Ergebnis: Die Gehirne der transidenten Männer lagen im Mittel zwischen männlichem und weiblichem Referenzbereich, wenn auch näher bei Männern. Gleichzeitig unterschieden sie sich signifikant von beiden Vergleichsgruppen. Auch diese Studie spricht damit nicht für ein vollständig "verweiblichtes" Gehirn, sondern für eine Verschiebung einzelner neuroanatomischer Muster in Richtung der Geschlechtsidentität – mit weiterhin deutlicher Nähe zum männlichen Referenzbereich. Zugleich macht der Ansatz deutlich, dass solche Ergebnisse stark von den gewählten Modellen und Klassifikationsannahmen abhängen und keine eindeutigen biologischen Marker für Geschlechtsidentität liefern.
Fazit
Es existieren mehrere Hinweise, die darauf hindeuten, dass Geschlechtsidentität und Geschlechtsdysphorie multifaktorielle Ursachen mit stark neurobiologischer Grundlage haben. Abschließend geklärt ist diese Annahme jedoch noch nicht. Die Sexualbiologie liefert wertvolle Beiträge zum Verständnis geschlechtlicher Unterschiede – sowohl auf struktureller als auch funktioneller Ebene. Eine differenzierte Betrachtung von biologischem und empfundenem Geschlecht ist dabei essenziell, um sowohl wissenschaftliche Klarheit als auch gesellschaftliche Fairness zu wahren. Ideologisierungen auf beiden Seiten behindern den sachlichen Diskurs. Gerade deshalb ist es wichtig, dass sich sexualbiologische Forschung nicht einschüchtern lässt, weiterhin ergebnisoffen bleibt und Erkenntnisse transparent kommuniziert.
Quellen
[1] Ivanka Savic, Alicia Garcia-Falgueras, Dick F. Swaab, Chapter 4 - Sexual differentiation of the human brain in relation to gender identity and sexual orientation, Editor(s): Ivanka Savic, Progress in Brain Research, Elsevier, Volume 186, 2010, Pages 41-62, ISSN 0079-6123, ISBN 9780444536303, https://doi.org/10.1016/B978-0-444-53630-3.00004-X.
[2] Dick F. Swaab, Samantha E.C. Wolff, Ai-Min Bao, Chapter 31 - Sexual differentiation of the human hypothalamus: Relationship to gender identity and sexual orientation, Editor(s): Dick F. Swaab, Ruud M. Buijs, Paul J. Lucassen, Ahmad Salehi, Felix Kreier, Handbook of Clinical Neurology, Elsevier, Volume 181, 2021, Pages 427-443, ISSN 0072-9752, ISBN 9780128206836, https://doi.org/10.1016/B978-0-12-820683-6.00031-2.
[3] Haupt, Horst-Jörg. "Neurointersexuelle Körperdiskrepanz: Grundsätzliche Überlegungen in Richtung neurophänomenologischer Zugänge zu Mustern geschlechtlicher Vielfalt". Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften: Ergebnisse, Kontroversen, Perspektiven, edited by Gerhard Schreiber, Berlin, Boston: De Gruyter, 2016, pp. 75-120. https://doi.org/10.1515/9783110434392-007
[4] Ai-Min Bao, Dick F. Swaab, Sexual differentiation of the human brain: Relation to gender identity, sexual orientation and neuropsychiatric disorders, Frontiers in Neuroendocrinology, Volume 32, Issue 2, 2011, Pages 214-226, ISSN 0091-3022, https://doi.org/10.1016/j.yfrne.2011.02.007.
[5] Zhou, JN., Hofman, M., Gooren, L. et al. A sex difference in the human brain and its relation to transsexuality. Nature 378, 68–70 (1995). https://doi.org/10.1038/378068a0
[6] Frank P. M. Kruijver, Jiang-Ning Zhou, Chris W. Pool, Michel A. Hofman, Louis J. G. Gooren, Dick F. Swaab, Male-to-Female Transsexuals Have Female Neuron Numbers in a Limbic Nucleus, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Volume 85, Issue 5, 1 May 2000, Pages 2034–2041, https://doi.org/10.1210/jcem.85.5.6564
[7] Alicia Garcia-Falgueras, Dick F. Swaab, A sex difference in the hypothalamic uncinate nucleus: relationship to gender identity, Brain, Volume 131, Issue 12, December 2008, Pages 3132–3146, https://doi.org/10.1093/brain/awn276
[8] Elseline Hoekzema, Sebastian E.E. Schagen, Baudewijntje P.C. Kreukels, Dick J. Veltman, Peggy T. Cohen-Kettenis, Henriette Delemarre-van de Waal, Julie Bakker, Regional volumes and spatial volumetric distribution of gray matter in the gender dysphoric brain, Psychoneuroendocrinology, Volume 55, 2015, Pages 59-71, ISSN 0306-4530, https://doi.org/10.1016/j.psyneuen.2015.01.016.
[9] Ivanka Savic, Stefan Arver, Sex Dimorphism of the Brain in Male-to-Female Transsexuals, Cerebral Cortex, Volume 21, Issue 11, November 2011, Pages 2525–2533, https://doi.org/10.1093/cercor/bhr032
[10] Eileen Luders, Francisco J. Sánchez, Christian Gaser, Arthur W. Toga, Katherine L. Narr, Liberty S. Hamilton, Eric Vilain, Regional gray matter variation in male-to-female transsexualism, NeuroImage, Volume 46, Issue 4, 2009, Pages 904-907, ISSN 1053-8119, https://doi.org/10.1016/j.neuroimage.2009.03.048.
[11] Burke, S.M., Manzouri, A.H. & Savic, I. Structural connections in the brain in relation to gender identity and sexual orientation. Sci Rep 7, 17954 (2017). https://doi.org/10.1038/s41598-017-17352-8
[12] Madeleine Foreman, Lauren Hare, Kate York, Kara Balakrishnan, Francisco J Sánchez, Fintan Harte, Jaco Erasmus, Eric Vilain, Vincent R Harley, Genetic Link Between Gender Dysphoria and Sex Hormone Signaling, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Volume 104, Issue 2, February 2019, Pages 390–396, https://doi.org/10.1210/jc.2018-01105
[13] Guillamon, A., Junque, C. & Gómez-Gil, E. A Review of the Status of Brain Structure Research in Transsexualism. Arch Sex Behav 45, 1615–1648 (2016). https://doi.org/10.1007/s10508-016-0768-5
[14] Hilleke E Hulshoff Pol, Peggy T Cohen-Kettenis, Neeltje E M Van Haren, Jiska S Peper, Rachel G H Brans, Wiepke Cahn, Hugo G Schnack, Louis J G Gooren, René S Kahn, Changing your sex changes your brain: influences of testosterone and estrogen on adult human brain structure, European Journal of Endocrinology, Volume 155, Issue Supplement_1, Nov 2006, Pages S107–S114, https://doi.org/10.1530/eje.1.02248
[15] Rene Seiger, Andreas Hahn, Allan Hummer, Georg S. Kranz, Sebastian Ganger, Michael Woletz, Christoph Kraus, Ronald Sladky, Alexander Kautzky, Siegfried Kasper, Christian Windischberger, Rupert Lanzenberger, Subcortical gray matter changes in transgender subjects after long-term cross-sex hormone administration, Psychoneuroendocrinology, Volume 74, 2016, Pages 371-379, ISSN 0306-4530, https://doi.org/10.1016/j.psyneuen.2016.09.028.
[16] Meredith Wadman, ‘Rapid onset’ of transgender identity ignites storm. Science 361, 958-959 (2018). DOI: 10.1126/science.361.6406.958
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