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Montag, 22. Juni 2026

ÖRR gibt endlich zu: Transfrauen sind biologische Männer!

Das gesichert Zwangsbeitrag finanzierte Funk-Format knowandgrow_funk von ARD und ZDF hat auf Instagram erneut versucht, die Frage nach der Anzahl der Geschlechter zu beantworten, driftet dabei aber erwartungsgemäß mal wieder in ideologische Gefilde ab:


Nur "Mann" und "Frau"?

Slide 1 stellt die Sachlage zunächst korrekt dar. Beim Menschen existieren tatsächlich zwei Geschlechter. Präziser wäre es hier jedoch gewesen, von "männlich" und "weiblich" zu sprechen, da dies die biologischen Kategorien universell bezeichnet, während "Mann" und "Frau" lediglich die adulten Ausprägungen beim Menschen beschreiben. Für juvenile Individuen existieren schließlich die Begriffe "Junge" und "Mädchen".

Inhaltlich ist das jedoch nur ein Detail. Die Kernaussage des Bildes stimmt. An diesem Punkt wäre die Frage also bereits beantwortet gewesen und man hätte es dabei belassen können. Dass anschließend fünf weitere Slides benötigt werden, um die Zweigeschlechtlichkeit mal wieder zu relativieren, verdeutlicht, dass die eigentliche Botschaft gar nicht biologische Aufklärung ist.

Warum "Inter*" kein drittes Geschlecht ist

Im zweiten Bildchen wird das Geschlecht zunächst in einen biologischen und einen sozialen Bereich aufgeteilt. Das birgt eine gewisse Ironie, denn damit existieren in diesem Modell weiterhin genau zwei Geschlechter (ein biologisches und ein soziales). Aber das ist vermutlich nicht, was gemeint ist.

Innerhalb der biologischen Ebene wird nämlich nun mit "Inter*" ein drittes "biologisches" Geschlecht eingeführt. Mit der Begründung, diese Personen hätten "männliche & weibliche Merkmale". Genau hier liegt jedoch ein grundlegender Denkfehler, der immer wieder auftaucht. In der Biologie definieren Merkmale nicht das Geschlecht. Vielmehr ergeben sich Merkmale aus dem Geschlecht. Geschlecht ist die Fortpflanzungskategorie eines Organismus. Anatomische und physiologische Eigenschaften entwickeln sich entlang dieser Kategorien.

Ein Mann wird nicht deshalb männlich, weil er einen Bart hat oder einen Penis besitzt. Vielmehr besitzt er diese Merkmale, weil er männlich ist. Ebenso wird eine Frau nicht durch Brüste oder eine bestimmte Körperform weiblich. Diese Eigenschaften sind Folgen ihrer Entwicklung entlang des weiblichen Reproduktionspfades. Bei Menschen mit Störungen der Geschlechtsentwicklung (DSD) können einzelne Merkmale atypisch ausgeprägt sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein neues Geschlecht entsteht.

Ein Mikropenis mit Hypospadie beispielsweise ist kein weibliches und auch kein "Intersex"-Organ, sondern ein unterentwickeltes männliches Organ. Auch bei Gonadendysgenesien oder anderen DSD entstehen keine neuen Fortpflanzungskategorien. Es handelt sich um Störungen innerhalb der zwei bekannten Entwicklungspfade. Für die Existenz eines dritten Geschlechts wäre ein dritter Entwicklungspfad in Richtung eines dritten Gametentyps neben Eizellen und Spermien notwendig. Ein solcher Gametentyp existiert nicht und somit auch kein Geschlecht abseits oder zwischen männlich (Junge/Mann) und weiblich (Mädchen/Frau).

Geschlecht ist keine Sammlung biologischer Eigenschaften

Slide 3 versucht zu erklären, was "biologisches" Geschlecht sei. Genannt werden Chromosomen, Hormone, Geschlechtszellen und Geschlechtsorgane. All diese Faktoren stehen zwar tatsächlich mit dem Geschlecht in Zusammenhang, die Darstellung vermittelt jedoch den Eindruck, als sei Geschlecht eine Art Sammelbegriff für verschiedene biologische Eigenschaften, die hierarchisch gleichwertig sind oder sich zufällig in einer Art Baukastensystem in Organismen zeigen.

Doch das ist nicht der Fall. Die fundamentale Grundlage des Geschlechts ist die Anisogamie. Aus dieser grundlegenden Zweiteilung ergeben sich sämtliche weiteren Geschlechtsmerkmale. Chromosomen sind Mechanismen der Geschlechtsbestimmung. Hormone sind Steuerungsinstrumente dieser Entwicklung. Geschlechtsorgane sind anatomische Anpassungen an die jeweilige Fortpflanzungsrolle. Sie alle sind Folgen des Geschlechts, nicht dessen Definitionsgrundlage. Ankerdefinition ist die Anisogamie.

Besonders problematisch wird die Darstellung des sogenannten "sozialen Geschlechts". Dort erscheinen Rollenbilder, Normen und Verhaltensweisen als Bestandteile dieses "Geschlechts". Tatsächlich handelt es sich hierbei nicht um Geschlechter (also funktionale Rollen im Rahmen der geschlechtlichen Fortpflanzung), sondern um gesellschaftliche Erwartungen. Und diese sind im Kern sexistisch.

Eine Frau bleibt selbstverständlich eine Frau, unabhängig davon, ob sie Motorrad fährt, Kampfsport betreibt oder kurze Haare trägt. Ein Mann bleibt ein Mann, unabhängig davon, ob er als Kind mit Puppen gespielt hat oder sich für traditionell weiblich konnotierte Hobbys interessiert. Funk reproduziert hier Geschlechterstereotype, indem bestimmte Verhaltensweisen als Ausdruck eines anderen Geschlechts präsentiert werden. Das Konzept des "sozialen Geschlechts" wird hier paradoxerweise zu einem Vehikel für klassische Rollenerwartungen. Das ist Sexismus in Reinform.

Ein unerwartetes Eingeständnis

Das vierte Bild leitet zur Transgender-Thematik über, die in Slide 5 vertieft wird. Überraschenderweise enthält diese fünfte Folie eine Darstellung, die in einem zentralen Punkt biologisch korrekt ist. Zuvor muss man jedoch verstehen, wie Funk hier Begriffe verwendet:

Wir definieren beispielsweise eine weibliche Person mit männlicher Selbstwahrnehmung als transidentifizierende Frau oder kurz "trans Frau". "Trans" in der adjektivischen Form dient hier der nähern Beschreibung des Subjekts "Frau" (adultes Menschenweibchen), um deren männliche Transidentität aufzuzeigen. Funk verwenden "trans" hier jedoch nicht als Adjektiv, sondern als Präfix, wie es oft auch im Englischen verstanden wird. Im Deutschen müsste man dann aber grammatikalisch korrekt "Transfrau" schreiben. Mit "trans Frau" meint Funk also das, was wir als "trans(identifizierenden) Mann" bzw. "Transfrau" bezeichnen würden: einen Mann mit weiblicher Selbstwahrnehmung.

Nun ist es aber bemerkenswert, dass diese "trans Frauen" in Slide 5 als Untergruppe biologischer Männer und sogenannte "trans Männer" als Untergruppe biologischer Frauen eingeordnet werden. Dies stellt zwar eine Anerkennung der biologischen Realität dar, was wir selbstverständlich begrüßen. Es ist aber trotzdem überraschend für ein ÖRR-Format, hier einzugestehen, dass die betreffende Transperson biologisch weiterhin dem "biologischen" Geschlecht zugeordnet wird, welches ihrem reproduktiven Entwicklungspfad entspricht.
 
Transfrauen sind biologische Männer!
(Quelle: knowandgrow_funk auf Instagram (Ausschnitt))

Autorität statt Argumente

Die letzte Folie ist eigentlich irrelevant, bewirbt sie schließlich bloß den Instagram-Account kurdischekween. Bemerkenswert ist dennoch die Überschrift: "When a kween talks, u better listen." Inhaltliche Argumente werden hier nicht präsentiert. Stattdessen wird ein Autoritätsanspruch formuliert. Statt "Prüft die Argumente!" heißt es sinngemäß: "Hört zu und akzeptiert!" Genau diese autoritäre und damit unwissenschaftliche Haltung prägt inzwischen viele gesellschaftliche Debatten.

Auch im Begleittext sucht man valide Argumente vergeblich. Dort heißt es beispielsweise: "Mit biologischem Geschlecht meinen wir das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht." Diese Formulierung stammt aus identitätspolitischen Kreisen. Das Geschlecht wird bei der Geburt selbstverständlich nicht im Rahmen eines Verwaltungsakts zugewiesen, sondern anhand der vorhandenen Merkmale festgestellt. Ärzte beobachten die bereits vorhandene biologische Organisation des Körpers. Natürlich können in seltenen DSD-Fällen Fehlklassifikationen auftreten und dadurch gewissermaßen ein falsches Geschlecht "zugewiesen" werden. Daraus folgt jedoch nicht, dass Geschlecht grundsätzlich eine Zuweisung wäre.

Noch interessanter ist die zweite Aussage: "Viele der Begriffe der Geschlechtsidentität dienen als Selbstbezeichnung und folgen deshalb keiner universellen allgemeingültigen Definition." Damit wird faktisch eingeräumt, dass diese Begriffe keiner objektiven, allgemein verbindlichen Definition unterliegen. Wenn Kategorien ausschließlich durch subjektive Selbstbeschreibung bestimmt werden, verlassen wir den Bereich realwissenschaftlicher Klassifikation und betreten das Reich der Glaubenssätze.

Fazit

Die Slides von 'knowandgrow_funk' übersehen, dass die Existenz biologischer Zweigeschlechtlichkeit und die Existenz individueller Vielfalt überhaupt kein Widerspruch sind. Menschen können sich auf sehr unterschiedliche Weise entwickeln. Sie können jedoch keinen dritten Gametentyp und damit auch kein drittes Geschlecht hervorbringen. Geschlecht ist biologisch durch Anisogamie definiert. Potenzielle Spermienproduzenten sind männlich, potenzielle Eizellenproduzenten sind weiblich. Auf dieser Grundlage existieren beim Menschen zwei Geschlechter. Die Vielfalt liegt in der Ausprägung dieser beiden Geschlechter, nicht in der Anzahl der Geschlechter selbst. Aber immerhin eine Erkenntnis scheint der ÖRR inzwischen gewonnen zu haben: Transfrauen sind Männer!

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